Der Name "Countach"

Der Name des Projekts 112: Wie so vieles in der Geschichte des Countach ist auch die der Namensfindung nicht endgültig zu klären. Wer was wann und warum gesagt hat, ist unklar. Klar jedoch ist, dass alle bisherigen Autonamen bei Lamborghini etwas mit dem Stierkampf zu tun hatten, der des Countach nicht. Countach ist ein piedmontesischer Ausdruck der gleichzeitigen Überraschung und Bewunderung, wahrscheinlich lässt er sich am besten in gutem Denglisch mit „Wow“ oder in Deutsch mit „Donnerwetter“ übersetzen. Er wird offensichtlich auch benutzt, um beim Anblick einer sehr schönen Frau seiner Bewunderung Ausdruck zu verleihen.

Der Countach begann sein Leben als „Projekt 112“. Den Überlieferungen zufolge sah ein Mensch die Stylingstudie, pfiff durch die Zähne und sagte „Countach“. Unklar ist jedoch, wer dies sagte. Die Überlieferungen reichen von Nuccio Bertone selbst bis zu einem zufällig vorbekommenden Arbeiter, andere wollen sogar die Namensgebung erst auf dem Bertone-Stand des Genfer Automobilsalons vorgenommen wissen. Von allen Beschreibungen ist die letztgenannte die unwahrscheinlichste. Wie die meisten Studien ist das, was später mal der Countach werden sollte, erst in letzter Sekunde fertig geworden. Unwahrscheinlich, dass man daraufhin noch schnell den Schriftzug auf das Heck lackiert. Ebenso unwahrscheinlich es, dass man ein namenloses Auto hatte vorstellen wollen.

Der LP 500 jedenfalls trug Zeit seines kurzen Lebens nur die Schriftzüge „Lamborghini“ und eben „Countach“ auf dem Heck. Das blieb auch so bei der ersten Serie, dem LP 400. Erst später kamen Zusätze wie das „S“ oder die Angabe des Hubraums hinzu.

LP 500 steht dabei für „longitudinale posteriore“ und bezeichnet die längs eingebaute Position von Motor und Getriebe, die Zahl dahinter den Hubraum (mal den Faktor 10).