Der erste Wolf-Countach

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Dieses japanisch-sprachige (?) Video zeigt sehr schön die optischen Veränderungen des ersten Wolf-Countach. Sie wirken noch improvisiert, zeigen aber schon die spätere Richtung der S-Modelle.

Die Wolf-Countach

Das ist der zweite Wolf-Countach in einem mittleren Blau. Der Wagen soll sich nach wie vor in Deutschland befinden, wird aber nicht mehr öffentlich ausgestellt. Quelle: Stefan Schnuse / www.schnuse.de

Den Wolf-Countach als Einzelstück zu bezeichnen, ist falsch: Es gab drei davon.Tatsächlich ist manchmal sogar von vier Wolf-Countach die Rede. Der erste wäre dann nicht der rote Wagen aus dem Video in der rechten Spalte, sondern ein weißer LP 400. Angeblich ist dieser Wagen unverändert gewesen bis auf ein optisches Detail: Ein Spoiler auf dem Dach an dem Übergang zwischen Passagierraum und Motorhaube. Dieser Wagen ist nur ganz selten auf Fotos zu sehen. Es gibt ihn als Nachbildung im Maßstab 1:18 der Firma Kyosho. Von dem Original ist kaum etwas bekannt, auch nicht der jetzige Verbleib.

Zu den drei bekannten Wolf-Countach: Der österreichisch-kanadische Industrielle Walter Wolf gehörte zu den besten Kunden des Hauses Lamborghini. Walter Wolf war außerdem Besitzer des Formel 1-Teams “Wolf F1 Racing” in den 70er-Jahren des vorigen Jahrtausends. Wolf kaufte sich 1975 einen Countach, hatte jedoch das Gefühl, dass aus diesem Auto mehr zu machen sei. Wahrscheinlich war das auslösende Moment die Leistung des Motors, von dem sich Wolf mehr erwartete. Warum nicht zur originalen Spezifikation des LP 500-Prototypen zurückkehren? Er fragte den Lamborghini-Chefingenieur, Dallara, und forderte weitere Verbesserungen.

Der erste Walter Wolf-Countach war ein LP 400 mit einem 5-Liter-Motor. Dieser sollte nach Lamborghini-Angaben 447 PS bei 7900 Umdrehungen pro Minute leisten und den Countach auf 315 km/h Höchstgeschwindigkeit bringen. Wesentlich auffälliger als der Motor waren jedoch die optischen Änderungen. Erstmals an einem Countach kamen die P7-Niederquerschnittsreifen zum Einsatz,. Sie saßen auf Felgen, die denen des Bravo-Prototypen nachempfunden waren und damit erstmals die typische Telefon-Optik aufwiesen, die bis zum Produktionsende in verschiedenen Variationen zum Einsatz kamen. Um diese breiten Reifen unterzubringen, brauchte der Wagen Kotflügelverbreiterungen, die im Gegensatz zur roten Karosserie schwarz lackiert waren. Ebenfalls schwarz lackiert war der Frontspoiler. Erstmals tauchte hier auch der große V-förmige Heckspoiler auf, dessen optischer Unterschied zu den S-Modellen vor allem in den Ständern lag, auf denen der eigentliche Flügel saß. Dieser erste Wolf-Countach trägt die Fahrgestellnummer 1120148. Die Lenkung soll direkter ausgelegt worden sein, außerdem war ein kleineres Lenkrad im Innenraum eingebaut. Die Anstellung des Heckflügels ließ sich elektrisch vom Innenraum aus verstellen.

Ebenso wie der erste Wolf-Countach war auch das zweite Exemplar ursprünglich ein LP400, noch kein LP400S. Der zweite war Bugatti-Blau lackiert, mit hellem Leder im Innenraum und goldenen Felgen und Rückspiegeln. Dieser Wagen war lange Zeit in einem deutschen Automobilmuseum ausgestellt und ist im Foto oben zu sehen. Fahrgestellnummer 1120202 hatte die identische Maschine im Motorabteil installiert, die von Lamborghini lediglich verliehen, nicht verkauft wurde.

Der dritte Wolf Countach trägt die Fahrgestellnummer 1121210 und war tatsächlich das erste jemals produzierte S-Modell. Auch in dessen Motorabteil steckte die 5-Liter-Maschine. Diesen dunkelblau lackierten Wagen behielt Walter Wolf ziemlich lange, bevor auch er verkauft wurde.